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Theaterschiff Lore & Lay — Galvanische Trennung schützt Stahlrumpf vor Korrosion

Das Theaterschiff 'Lore & Lay' in Kiel lag dauerhaft am Landstrom und litt unter starker galvanischer Korrosion. Wir beseitigten die Ursache mit einem Trenntransformator — und arbeiten weiter an der Anlage.

Standort Kiel Jahr 2025–2026 Leistungsbereich Schiffselektrik

Das Problem

Das Theaterschiff 'Lore & Lay' liegt als Dauerlieger im Kieler Hafen und wird über einen 125-A-Landstromanschluss versorgt. Die Anlage ist nach VDE-Norm ausgeführt — für ein ortsfestes Schiff ohne Fahrbetrieb formal zulässig, technisch aber problematisch: Der Stahlrumpf ist über den PE-Leiter dauerhaft mit dem Landpotential verbunden. Schiffskörper, Hafenwasser und Landnetz bilden gemeinsam eine galvanische Zelle. Die daraus resultierenden Ströme trieben elektrochemische Korrosion am Rumpf. Symptom: Die Opferanoden wurden so schnell verbraucht, dass sie nicht ihrer eigentlichen Funktion — passiver Schutzreserve — gerecht werden konnten.

Die Lösung

Das Theaterschiff „Lore & Lay"

Das Theaterschiff Lore & Lay ist das größte private Theater in Kiel — ein umgebauter Frachter, der seit Jahren fest im Hafen liegt und Spielbetrieb aufnimmt, ohne je seinen Liegeplatz zu verlassen. Als Dauerlieger wird es über einen 125-A-Landstromanschluss mit Energie versorgt.

Ursache der Korrosion

Die elektrische Anlage des Schiffs entspricht der VDE-Norm — für ein ortsfestes Theaterschiff ohne Fahrbetrieb ist das zulässig. Die Kehrseite: Der Stahlrumpf ist über den Schutzleiter (PE) direkt mit dem Landpotential verbunden.

Im Hafenwasser entstehen damit die Bedingungen für galvanische Korrosion: Schiffskörper, Elektrolyt (Hafenwasser) und Landanschluss bilden eine großflächige galvanische Zelle. Die Potentialdifferenz treibt Gleichströme durch den Rumpf und führt zu kontinuierlichem Materialabtrag am Stahl.

Messungen vor dem Eingriff bestätigten deutlich erhöhte Ströme auf dem PE-Leiter. Die Opferanoden waren stark abgebaut — ein sicheres Zeichen, dass der passive Korrosionsschutz chronisch überlastet war.

Phase 1: Trenntransformator mit Schaltschrank

Ein Trenntransformator löst das Kernproblem: Er entkoppelt das schiffsseitige Netz galvanisch vom Landnetz. Das Schiff bezieht weiterhin Landstrom — aber ohne leitende Verbindung des Rumpfes zum Landpotential.

Umgesetzt:

  • Planung und Dimensionierung des Trenntransformators (125-A-Auslegung)
  • Bau eines Schaltschranks mit Schutz- und Überwachungseinrichtungen
  • Einbau und Inbetriebnahme am Aufstellort auf dem Schiff
  • Messtechnische Verifikation der galvanischen Trennung nach dem Einbau

Phase 2: Neue Hauptverteilung (in Planung)

Die Zusammenarbeit mit dem Theaterschiff geht weiter. Im nächsten Schritt wird eine neue Hauptverteilung installiert, die die bestehende Elektroanlage an Bord weiter ertüchtigt.

Ergebnis

Die galvanische Trennung ist hergestellt. Messungen nach dem Einbau bestätigen: Die Ströme auf dem PE-Leiter sind auf nahe Null reduziert. Der Stahlrumpf ist vom Landpotential entkoppelt — die elektrochemische Korrosion ist praktisch beseitigt. Die Opferanoden erfüllen seither wieder ihre ursprüngliche Schutzfunktion. Das Projekt läuft weiter: Im nächsten Schritt wird eine neue Hauptverteilung installiert.

Projektfotos

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