Die Lösung
Das Schiff
Die ehemalige Hafenfähre liegt als Dauerlieger in Hamburg und wird inzwischen anderweitig genutzt. Zwei voneinander unabhängige Überwachungssysteme wurden nachgerüstet, die sich einen gemeinsamen akustischen Alarm teilen.
Füllstandsalarm für die Heizöltanks
An Bord befinden sich zwei Heizöltanks — Backbord und Steuerbord. Bei der Betankung durch einen Tankwagen ist es entscheidend, dass die Pumpe rechtzeitig gestoppt wird, bevor die Tanks überlaufen.
Der Einbau klassischer Grenzwertgeber — etwa Vibrationsgrenzschalter oder elektrische Sonden — war aufgrund der Tankkonstruktion nicht möglich. Im Tank waren jedoch bereits Schwimmerschalter verbaut. Diese wurden genutzt und in die neue Signalkette eingebunden. Für jeden Tank lässt sich der Alarm separat aktivieren und deaktivieren.
Beim Erreichen des Füllstands löst der Schwimmerschalter den akustischen Alarm aus — das Signal für den Fahrer des Tankwagens, die Pumpe abzuschalten.
Neigungsüberwachung mit Siemens LOGO!
Ein dauerhaft am Anleger liegendes Schiff kann durch Leckage, ungleichmäßige Beladung oder andere Ursachen in eine kritische Schräglage geraten. Um den Eigner frühzeitig zu warnen, wurde eine Neigungsüberwachung realisiert.
Komponenten:
- Neigungssensor von Pepperl+Fuchs (Industrieausführung)
- Siemens LOGO! als Steuerung für Auswertung, Anzeige und Alarmlogik
Der LOGO! zeigt die aktuell erlaubte Neigung sowie die Ist-Abweichung auf beiden Achsen im Display an. Das System lässt sich per Tastendruck tarieren — die aktuelle Lage des Schiffs wird als Nullpunkt gesetzt. Die Grenzwerte für X- und Y-Achse sind frei einstellbar. Wird ein Grenzwert überschritten, reagiert das System zweistufig:
- Akustischer Alarm an Bord (gemeinsamer Summer mit dem Tankfüllstandsalarm)
- E-Mail-Benachrichtigung, die sich automatisiert als Anruf oder SMS weiterverarbeiten lässt
Netzwerkinstallation: vom Kabelsalat zum geordneten Rack
Im gleichen Zuge wurde die vorhandene Netzwerkinstallation an Bord neu geordnet. Die Verkabelung war über die Zeit zu einem unübersichtlichen Geflecht gewachsen — Fehlersuche und Erweiterungen wären entsprechend aufwändig gewesen. Alle aktiven und passiven Komponenten wurden in einem 19-Zoll-Serverrack strukturiert untergebracht und die Kabel sauber geführt.
